Asian Dub Foundation - Community Music (FFRR)
Releasedate: Mon 20.March 2000
Big thanks to Johnster for sending me this review:)
Auf "Community Music" zeigen sich ADF experimentierfreudig wie eh und je, wobei die Texte noch eine Spur bissiger und pointierter ausfallen. ’Community Music’ bezeichnet ein Projekt der asiatischen Gemeinde Londons, deren Ziel u.a. die Überwindung kultureller, ideologischer, aber auch künstlerischer und musikalischer Grenzen zwischen den ethnischen Kulturen der britischen Hauptstadt darstellt. Am Ende soll nicht nur das bessere Verständnis für andere Kulturen/Musikformen, sondern auch die totale persönliche kreative Freiheit als Künstler stehen.
Asian Dub Foundation entstammen dem Projekt - in ‘Community’ Music haben sie ihre Wurzeln. Nach ihm haben sie ihr drittes Album benannt. Asian Dub Foundation wandert allerdings nicht zwischen den Kulturen - zumindest nicht in dem Sinne und nicht mit der akademischen Arroganz wie weiße Mittelschichtsmusiker a la Peter Gabriel, die eher plündern denn wandern - vielmehr bezieht ADF Kraft und Insdpiration schlicht aus dem unmittelbaren Umfeld. Das ist die Popmusik des weißen Britanniens, das ist Dub und Reggae, HipHop und wüster Punk, indische Tabla-Musik und europäische Klassik, Breakbeats und verzerrte Gitarren, Sitar und Computer. Dazu kommen ein scharfes politisches Bewusstsein, reichlich Ärger und Frustration und eine gehörige Portion Aggressivität - fertig ist das Gebräu, das in Titeln wie dem bitter-sarkastischen "Real Great Britain", die erste Singleauskopplung, vehement überschäumt. Aber "Community Music" hat auch andere, ruhigere Seiten, so wie das herausragende "New Way, New Life", ein melodischer, fast psychedelischer Roots-Reggae-Tune. Ein starkes Album.
9
Punktbewertung: 1 = absoluter Schrott >>>>>>>> 12 = Klassiker
Edgar Klüsener, Visions
Diese Plattenkritik findet Ihr auch in VISIONS Nr. 85