Brüder im Geiste >ASIAN DUB FOUNDATION

Massive thanks to my fellow ADF'er Johnster in Germany for this one:)

Die gemeinsame Tour mit Rage Against The Machine dürfte der ASIAN DUB FOUNDATION den bisher größten Popularitätsschub in deutschen Landen verschafft haben. Trotz unterschiedlicher musikalischer Ingredienzien: Viel besser kann ein Supportact nicht zur Hauptband passen!

Auch wenn so manch ein Zuschauer von der seltsamen Mixtur der fünf Briten ein wenig unvorbereitet getroffen wurde: Ihr Jungle/Dub/Rock/Rap/Reggae-Cocktail mit Versatzstücken aus der traditionellen indischen Musik ist nach Aussage ihres Gitarristen Chandrasonic nichts anderes als Ausdruck einer Philosophie, die man mit RATM teile: "Sie sind eine Band mit einem radikalen Ansatz, musikalisch genauso wie ideologisch. Damit passen wir mehr als gut zu ihnen." Und auch wenn die Mitglieder von ADF, nachdem sie erfuhren, mit wem sie auf Tour gehen werden, zunächst in den Plattenladen laufen mussten, um sich erst einmal zu informieren, welche Art von Musik ihre Gastgeber denn eigentlich spielen, zeigen sie sich mittlerweile von deren Schaffen durchaus angetan: "Normalerweise gibt mir das traditionelle ‘Gitarre/Bass/Drums’-Format nicht mehr allzu viel, aber diese Band hat mich wieder eines Besseren belehrt", erklärt Chandrasonic.

Mit ihrem neuen Album "Community Music" (VÖ: 20.03.) versuchen ADF genau diesen Effekt auch bei ihrer potentiellen Hörerschaft zu erzielen, denn in der Vergangenheit hatte man aufgrund der schwer einzuordnenden musikalischen Ausrichtung oftmals Probleme, ausreichend Gehör in derÖffentlichkeit zu finden - was ihr dritter regulärer Longplayer nun ändern soll.

Unterstützung bekam man dafür bereits von Primal Scream-Frontmann Bobby Gillespie, der ADF kurzerhand zur besten Live-Band des Königreichs ernannte und zugleich ihren Kampf für die Freilassung des offenbar unrechtmäßig zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilten Engländers asiatischer Herkunft Satpal Ram unterstützte. Parallelen zum Fall Mumia Abu-Jamals sind zwar rein zufälliger Natur, aber ein weiteres Indiz dafür, dass Chandrasonic und Zack de la Rocha keinen Mangel an Gesprächsthemen zu befürchten haben.

Maik Koltermann, VISIONS Nr. 84